Der Mountainbike-Guide als Leader im sportlichen Umfeld.

Was hat der Alltag eines Mountainbike-Guides mit dem einer Führungskraft im wirtschaftlichen Umfeld gemeinsam?

Auf den ersten Blick vielleicht nicht allzu viel, aber lasst uns das einmal gemeinsam genauer betrachten. In meinem letzten Beitrag haben wir uns die 5 Parallelen zwischen dem Ziel MTB-Transalp und wirtschaftlichen Zielen angesehen. 

Nun möchte ich gerne etwas tiefer in den Alltag eines Alpencross-Bike-Guides einsteigen und in 4 Schritten die Rolle als Team-Leader betrachten …

1. Los geht’s – Erstes Kennenlernen des Teams und der Gruppenzusammensetzung

Das sportliche Abenteuer startet und ich lerne als Guide die Gruppe bzw. das Team kennen. In dieser Phase ist es mir wichtig, zu erfahren: Welche Personen befinden sich in meiner Gruppe? Warum sind meine Teilnehmenden bei der Tour dabei? Was ist ihre Motivation? Welchen MTB-Background bringen sie mit und welche Wünsche richtet jede/r an die bevorstehende Woche? Geht es eher um das sportliche Ziel, das gemeinsame Erlebnis oder die Kultur der Länder, die wir durchqueren? Das sind erste beispielhafte Fragen, die ich stelle, um die Gruppe kennenzulernen. Zudem skizziere ich ganz genau, was uns als Team die Woche über erwarten wird, steigere die Vorfreude, versuche etwaige Ängste vor anstrengenden Etappen zu nehmen und erläutere erste Regeln, die wichtig sind, um das Ziel MTB-Transalp zu erreichen. Abschließend lade ich auch immer zum 1:1 Austausch ein, sollte man sich im Laufe der Woche einmal nicht wohl fühlen, diskrete Infos teilen möchten oder Ähnliches.

2. Der erste Tag im Sattel – Wir grooven uns als Team ein

Die erste Etappe ist eine der wichtigsten für das Team-Building. Als Guide nehme ich dabei eine essentielle Rolle ein, denn ich gebe die Strecke, das Tempo und auch die Pausen vor. Am ersten Tag gilt es herauszufinden, wie die Bedürfnisse und das Fahrverhalten jedes einzelnen Teilnehmenden sind. Bevor es aber richtig losgeht, frage ich nach einem Co-Guide aus dem Team, der/die die Gruppe am Ende zusammenhält und in engem Kontakt mit mir steht. Zudem vereinbaren wir wichtige Zeichen auf Tour und machen einen Bike-Check. Ebenso frage ich nach, ob alles wichtige im Tagesrucksack dabei ist, wie bspw. eine Regenjacke oder der Energieriegel für zwischendurch. Jetzt geht’s los und ich halte viel Blickkontakt in die Gruppe, frage in Pausen immer wieder nach, ob das Tempo für alle passt und verlasse auch mal meine Führungs-Position ganz vorn. Warum ich das tue? Am Berg und bei langen Anstiegen beispielsweise möchte ich mit allen ins Gespräch kommen bis ich mich ans Ende zurückfallen lasse und alle mit zum Gipfel hinaufnehme. Auf ersten Trail-Passagen bleibe ich an Schlüsselstellen stehen, zum einen um zu sehen, wie sich die Fahrtechnik meiner Gruppe zusammensetzt und zum anderen um Sicherheit und Motivation zu geben.

3. Bergfest erreicht – Jetzt gilt es das Motivations- und Konzentrationslevel hochzuhalten 

Diese Phase des Alpencrosses macht Spaß und birgt Herausforderungen zugleich. Wir haben uns als Team zusammengefunden, spüren wer welche Rolle einnimmt, bspw. unser Fotograf im Team, unser Trail-König, der uns die richtige Fahrlinie weist, oder auch unser Reparatur-Experte. In der zweiten Hälfte des Alpencrosses achte ich jedoch auch besonders darauf, dass die Konzentration hoch bleibt. Meist haben wir viel Spaß und dann ist es auch toll und notwendig, es bspw. bergab einfach mal laufen zu lassen und sich über einen wunderbaren Tag in den Alpen zu freuen. Es ist allerdings auch die Zeit, daran zu erinnern, aufmerksam zu bleiben, um keinen unerwarteten Sturz zu riskieren. Manch einem tun die Beine weh nach 4 Tagen im Sattel. Hier gilt es Motivationsanreize zu schaffen, wie bspw. der nächste See als Badestopp oder die leckere Pasta in der Unterkunft am Abend. Auch Dehnübungen biete ich dann oft nach den Etappen optional an oder frage, ob jmd. aus dem Team diesen Part übernehmen möchte. Wichtig ist in dieser Phase ebenfalls in mich selbst hineinzuhören und zu reflektieren, wie fühle ich mich, möchte ich etwas adjustieren oder läuft das Rad im übertragenen Sinne rund. 

4. Ankunft am Ziel – Zusammenfassung der Woche und der Team-Rollen

Wenn wir alle am Ziel des Alpencrosses angekommen sind, ist die Freude in der Regel nicht zu stoppen. Ja, Erfolge darf und sollte man auch feiern! Wir sind gemeinsam stolz auch das Erreichte. Auch hier möchte ich euch gerne einen kleinen Einblick geben, wie ich den Abschluss der Tour gestalte. In der Regel konnte ich über die Woche hinweg identifizieren, wer welche Stärken in die Gruppe einbringen konnte. So schreibe ich entweder ein Gedicht mit allen Akteuren über die gemeinsame Woche oder verteile nette Spitznamen auf den Urkunden der Teilnehmenden, die sie charakterisieren. In den meisten Gruppen ergreift neben mir auch eine Person aus dem Team das Wort und lässt die gemeinsame Woche für alle Revue passieren.

Wow, das ist wirklich jedes Mal ein Gänsehaut-Moment, wenn wir gemeinsam als Team dieses tolle Erlebnis eines MTB-Alpencrosses erfahren durften und ich freue mich, dass ich als Lead der Gruppe meinen Beitrag dazu leisten konnte. Oft hält die Verbindung zwischen den Teilnehmenden und auch mir als Guide noch lange nach der Tour an.

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